Der spirituelle Ansatz
Heute wird viel über Spiritualität gesprochen. Was ist das? Wir sind nicht Menschenwesen, die nach Spiritualität suchen, sondern spirituelle Wesen, die nach dem Menschsein suchen. Was unterscheidet denn nun einen Menschen der spirituell ist, von einem Menschen der diese Stufe, dieses Bewusstsein noch nicht erreicht hat? Wie erreicht man Spiritualität? Ist Spiritualität erstrebenswert? Welchen Sinn hat sie? Was ist der Unterschied, zwischen Gläubigkeit, Religiosität und Spiritualität? Religion ist für mich der Ausdruck dessen, dass der Mensch schon immer jenseits seiner erkennbaren Existenz und seiner diesseitigen Konzepte, nach etwas Transpersonalen sucht. Das nicht nur Wissen und Wissenschaft Antriebe zur Welterkundung sind. Sondern, dass das Suchen nach Glaubensinhalten ein eigenständiger Trieb ist, der die Vielfalt spiritueller Erfahrungen (Erfahrungen, die unseren Wissenshorizont, wo immer der steht, überschreitet), einordnet und uns beschreiben kann. Woher immer diese Suche (Sucht) kommt. Sie ist ein in den meisten Menschen, bei aller Verwissenschaftlichung, erkennbarer Drang. Vielleicht nicht in der ersten Lebenshälfte und vielleicht auch nicht unter normalen Umständen. Die meisten Menschen, denen ich begegnen durfte, hatten aber unter allen Umständen ihres Lebens diese Fragen in sich. Manchmal verborgen in den großen Fragen nach dem Sinn. Vor allem in den mystischen Bewegungen aller Religionen ist der Weg und das Ziel beschrieben. Spontane Erkenntnis (Erkenntnis: plötzliches Wissen; Erfahrungen erweiternd) und Meditation und Kontemplation, sind die Königswege. Neurobiologisch handelt es sich um die Erregung bestimmter Hirnareale, die das tiefe Gefühl der Verbundenheit mit Allem und dem einen Ganzen, erzeugt.
Ziele eines spirituellen Lebens
1. Das Erreichen einer kosmischen Ethik.
Ethik
als ein Wissen von einer kosmischen Ordnung, die sich über Vernunft und einem tiefen subjektiven Empfinden unter Einbezug der realen Verhältnisse, von mal zu mal finden lässt. Vielleicht auch. erst im Dialog mit Anderen. Daraus ergibt sich ein angemessenes Handeln, z.B. wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein." Diese uns vorgegebene Ordnung ist evolutionär verankert und lässt sich bei entsprechenden Tests bereits bei Kleinstkindern beobachten. Sie wird dann von der Moral überformt. Das tut MAN nicht (Wer ist MAN?).
Moral
Tut so, als gebe es ein Richtig und Falsch. Von Verkündern verkündet, die es, weil sie in der Vorsehung sind, wissen müssen. In der Moral gibt es immer ein Oben und ein Unten- in der Ethik nicht. Die Moral ist immer zeitgemäß. Sie ändert sich kollektiv schnell und scheint oft nur ein sehr flüchtiger Zeitgeist, mehr oder weniger von einer Obrigkeit bestimmt.
2. Das Erreichen und Etablieren eines Zentrums der Gelassenheit und der stillen Zentriertheit.
3. Das Erfahren des inneren, nichtwertenden Beobachters.
4. Das Erfahren der Erkenntnis, dass Alles miteinander verbunden ist.
5. Die Erfahrung der eigenen Endlichkeit – aber auch der eigenen Einmaligkeit (Göttlichkeit).
6. Das Erfahren einer Vision für das eigene Leben.
Dieses transpersonale Wissen wird durch vielfältige innere und äußere Erlebnisse erfahren und erfahrbar. Manchmal auch ganz spontan, über einen Traum oder eine Vision. Viele Menschen haben solche transpersonalen Erfahrungen, die ihr Bewusstseinsmodell manchmal erheblich irritieren. Hier bedarf es oft einer intensiven Beratung, die hilft, das Erlebte in die Persönlichkeit zu integrieren. So verstehe ich meine spirituelle Arbeit. Sie weist über die Moral auf die ethischen Aspekte eines Ereignisses hin und hilft auch, ungewöhnliche Bewusstseinszustände, die üblicherweise pathologisiert werden, in den Lebens- und persönlichen Kontext zu integrieren. Nicht mit esoterischen" Mitteln, sondern mit Mitteln der Vernunft und der Empathie.

